Informationen Juni 2026
Es gab mit dem BR einen Filmtermin in Urfahrn. Unter den Augen des Fernsehens wurde unter anderem der Zwerg genauestens untersucht und Muscheln für weitere Analysen gesammelt. Taucher haben für Herrn Prof. Stibor noch einige Proben aus verschiedenen Tiefen des Sees geholt.
"Der Zwerg wurde nach der Reinigung wieder neu eingesetzt. Es ist erschreckend, wie schnell er wieder neu besiedelt wird" berichtet Wolfgang Alt, Taucher.
Informationen März 2026
Link zu einem Artikel aus dem Traunsteiner Tagblatt zur Initiative von Dr. Martin Brunnhuber, MdL
Hier ist zu lesen, dass Herr Dr. Martin Brunnhuber nach intensiven Gesprächen mit Seenutzern, Behörden und Fachverbänden einen entsprechende Antrag eingebracht hat.
Prof. Dr. Herwig Stibor, Limnologisches Institut:
Wir haben an der Kailbachbucht und in Urfahrn Proben genommen.
In der Kailbachbucht sind im Flachwasser die Bestände an einigen Stellen zurückgegangen, es sind aber weiterhin Bereiche mit dichten Beständen im Flachwasser zu finden. Vor Urfahrn sind die Bestände in Ufernähe reduziert, ab ca. 5 Meter vom Ufer sind aber weiterhin sehr große Bestände mit über 1000 Tieren pro Quadratmeter vorhanden. Im Freiwasser sind bereits Larven der Quagga zu finden, dh. die nächste Generation ist im Anmarsch.
Fotos: Wolfgang Alt, Taucher
2025
Erste Tagung des Ruhrverbands
Überregionaler Quaggamuschel-Austausch am 19.01.2026
Das Thema Quagga-Muschel wurde erstmals in einer Veranstaltung des Rotary Club Chiemse und der Marktgemeinde Prien am 07.02.2025 an die Seenutzer (also u.a. die Segler, die Fischer, die Hafenbetreiber, etc.), die Behörden und Fachverbände herangetragen. Bei dieser Veranstaltung haben drei Referenten (Frau Prof. Christine Schranz, Bayerisches Landesamt für Umwelt; Herr Prof. Herwig Stibor, LMU; Frau Sylvie Flämig (Schweiz)) über die aktuelle Situation vorgetragen, es gab anschließend eine Diskussion unter Leitung von Herrn Prof. Martin Grambow und es wurde ein Paper mit den gesammelten Informationen vom Rotary Club Chiemsee herausgegeben.
Die Segelvereine am Chiemsee und Simssee müssen die Durchführung von Regatten auf den jeweiligen Seen vom zuständigen Landratsamt genehmigen lassen. In den Genehmigungsbescheiden 2025 wurde aufgrund der Veranstaltung ein Punkt aufgenommen, der die Ausbreitung der Quagga-Muschel verhindern bzw. eindämmen soll.
Der Rotary Club Chiemsee hat ein Plakat erstellt, das an den Häfen und Seebädern wie Kiosks etc zund um den Chiemsee ausgehängt wurde. Die Chiemsee Marina GmbH (Herr Dirk Schröder) von der Gemeinde Prien hat ein Positionspapier erstellt. Ebenso hat das Landratsamt Starnberg im Herbst 2025 ein Informationsblatt zur Information der Seenutzer herausgegeben.
Informationen
aus dem
Meeting am Montag, 10. November 2025
Die Quaggamuschel im Chiemgau – Zwischenbilanz
Veranstaltung der Gemeinde Prien mit Unterstützung des Rotary Club Chiemsee
Berufsfischer können Bodennetze mancherorts nicht mehr auslegen, Strömung nimmt Netze mit und diese reißen sich am Quaggabelag fest.
Quagga setzen sich an den Großreusen (4m hoch, 100m lang) an. Deren Gewicht steigt dann von 80 kg auf 800 kg an, Räusenfischerei kann auch nicht mehr im gewohnten Maße mehr betrieben werden.
Foto: Wolfgang Alt, Nov 2024
Fische nutzen die Quagga als Nahrung aber sie können den Verlauf nicht eindämmen.
Bei einer Größe von 1cm ist nicht sicher, dass die Renke die Muschel nicht als Nahrung nutzen kann. Eher Karpfen oder Braxen, dies sind aber zu wenige. Bei der Renke sieht es eher so aus, als ob sich durch Verletzungen an den scharfkantigen Muscheln Entzündungen in der Bauchhöhle zeigen.
(c)Chiemsee Fischerei
Heißwasserreinigung bei der Wasserwacht ist bereits üblich. Man sei da bereits sensibilisiert und aktiv geworden.
(c)Wasserwacht
LRA TS und LRA RO haben Segelvereine mit der Regattaverordnung mit Durchführungsauflagen ergänzt.
Reinigung und Trocknungszeit von 7 Tagen
Segelboote haben eigenes Interesse, Schiff sauber zu halten, Kühlwasser im Grunde nicht vorhanden.
(c)Seglervereinigung
Entwicklung einer schlammigen Oberfläche vor dem Badezugang bei Urfahrn
Bild 1
(c) Fotos der Taucher und Rettungsschwimmer an der Tauchbasis Urfahrn
Entwicklung einer schlammigen Oberfläche vor dem Badezugang bei Urfahrn
Bild 2
(c) Fotos der Taucher und Rettungsschwimmer an der Tauchbasis Urfahrn
Entwicklung einer schlammigen Oberfläche vor dem Badezugang bei Urfahrn
Bild 3
(c) Fotos der Taucher und Rettungsschwimmer an der Tauchbasis Urfahrn
Entwicklung einer schlammigen Oberfläche vor dem Badezugang bei Urfahrn
Nahaufnahme
(c) Fotos der Taucher und Rettungsschwimmer an der Tauchbasis Urfahrn
Besiedelung fester Gegenstände
Bild 1
(c) Fotos der Taucher und Rettungsschwimmer an der Tauchbasis Urfahrn
Bild 2
(c) Fotos der Taucher und Rettungsschwimmer an der Tauchbasis Urfahrn
Bild 3
(c) Fotos der Taucher und Rettungsschwimmer an der Tauchbasis Urfahrn
Ansiedelung an einem Schilf-Stump, Pauls Ruh'
(c) Rotary Club Chiemsee
Der Chiemsee erweist sich offenbar nicht als resilienter als der Bodensee, Wachstumsraten sind vergleichbar oder größer.
Eigentlich wollten wir das Einschleppen an den Chiemsee verhindern, doch dann mussten wir die ersten Funde begleiten!
Der Rotary Club Chiemsee hat es sich im Rahmen seiner Umweltprojekte zum Auftrag gemacht, die Region besser zu informieren und über mögliche gemeinsame Schritte zum Schutz der Seen zu sprechen. Wir haben namhafte Fachleute des Bayerischen Landesamts für Umwelt (Frau Christine Schranz), der LMU – München (Prof. Herwig Stibor) sowie aus der Schweiz gewonnen, die sowohl über die wissenschaftlichen Hintergründe als auch die regionale Situation und die Erfahrungen an Seen in der Schweiz berichten können. Diesen verdanken wir die hier zusammengefassten Informationen.
Die folgenden Bilder zeigen die Bergung eines alten Wracks und die damit einhergegangenen ersten Quagga-Funde vor der Fraueninsel.
Monitoring am Chiemsee
2 von 9 - ist der Chiemsee resilient?
Im Chiemsee wurden inzwischen bereits zwei der neun Arten von Quagga-Muschel nachgewiesen. Es gilt die Frage zu diskutieren, ob weitere Maßnahmen überhaupt noch Sinn machen. Das wird grundsätzlich bejaht:
Für den Chiemsee besteht die Hoffnung, dass er zu den resilienteren Seen gehört. Vernünftige Maßnahmen könnten dafür sorgen, dass die Selbststabilisierungskraft des Sees ausreicht, um die Ausbreitung der Quagga-Muschel zu beschränken. Je weniger Unterarten der Quagga-Muschel vorkommen desto größer ist die Chance, dass sie nicht optimal an die Bedingungen eines Sees angepasst sind. Außerdem ist die Quagga-Muschel nicht die einzige invasive Art. Es gibt z.B. neue Arten von Süßwasserquallen und Fischarten wie die Schwarzmundgrundel, die ebenfalls und in Summenwirkung die Seeökologie empfindlich stören können. Maßnahmen, die die Weiterverbreitung solcher Arten behindern, sind also grundsätzlich empfehlenswert.
Nicht zum Emittenten werden!
Dazu kommt, dass jeder belastete See auch zum möglichen Emittenten für andere Seen wird. Ein Weiterverbreiten in die bislang unbelasteten Nachbarseen würde das Problem noch verschlimmern, insbesondere, wenn man an die ökologisch extrem wertvollen Eiszeitseen der Eggstädt-Hemhofer Seenplatte, die Seeoner Seen oder auch den Königsee denkt.