Chronologie

Eine Liste der betroffenen Seen liegt uns nicht vor. 

2025 Nachweis im Simssee
2025 Nachweis in der Alz bis ca. Truchtlaching

2024 Nachweis im Chiemsee

Starnberger See
2022 Nachweis im Rothsee

2016 Nachweis im Bodensee

In Bayern erstmals nachgewiesen 2008 im Main 
 (Quelle: Datenbank bay. Wasserwirtschaft)
1990er: Michigan See (dort hat die Quaggamuschel einen Anteil von 90% der gesamten Biomasse)


Der Chiemsee erweist sich offenbar nicht als resilienter als der Bodensee, Wachstumsraten sind vergleichbar oder größer. 

Woher hat die Quaggamuschel ihren Namen?

Die Quaggamuschel ist der Zebramuschel sehr ähnlich, vermehrt sich aber ganzjährig. 

 

Das Quagga wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom Menschen ausgerottet. Im August 1883 starb das letzte Tier im Zoo Amsterdam.
Quelle:  Quagga – Wikipedia  

Invasiv?

Wie viele Arten werden invasiv? 

Die sogenannte „10er-Regel“ beschreibt das ganz gut. Nehmen wir an, dass 100 Arten bewusst oder unbewusst eingeschleppt werden. 90 davon sind nicht überlebens- oder vermehrungsfähig. Die restlichen 10 werden als unbeständig angesehen, das heißt, dass sie ab und an überleben und sich fortpflanzen. Unter diesen 10 Arten sind 1 bis 2 Arten, die dauerhaft überleben und sich regelmäßig fortpflanzen. Nur 0,2 Arten der eingeschleppten 100 Arten werden invasiv und vermehren sich rasant und breiten sich schnell aus.

Die Besiedelung verläuft nicht linear

In Phase 1 handelt es sich meist nur um wenige Individuen und die Vermehrungsrate ist daher klein. Zu dieser zeit ist der Einfluss auf einheimische Arten noch gering. Vorbeugung, Information und Beobachtung wären zu diesem Zeitpunkt enorm wichtig.

In Phase 2 weist die gebietsfremde Art ein starkes Populationswachstum auf. Der Einfluss auf einheimische Arten erhöht sich und kann ein großes Ausmaß annehmen. Das Entfernen wird immer schwieriger und teurer. 

Verbreitungswege

Nicht verbundene Gewässer können besiedelt werden!

 


Verschleppung als adulte Muscheln: 

•Überlebensdauer bei passender Luftfeuchte und Temperatur ca. 30 Tage
 z.B. angeheftet an Bootsrümpfe 

Verschleppung als Veligerlarve: 

• Überlebensdauer bei Freilandexperimenten: 
• 5 Tage im Sommer 
• 27 Tage im Herbst 
• Im Kühlwasserkreislauf eines Bootsmotors wurden 19 Veligerlarven in 0,47 l Wasser gefunden 



Übertragung per Schiff

 Quelle: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Juni 2021 

Vermehrung

Jeder fängt mal klein an - aber die Vermehrung der Quaggamuschel passiert das ganze Jahr über:

  • Quagga-Muscheln vermehren sich über Larvenstadium
  • Larven werden ganzjährig gebildet (anders als z.B. bei der Zebramuschel), 40.000 Larven / Zyklus 
  • Larven leben freischwebend im Wasser (planktisch)
  • Die Larven/Jungmuscheln heften sich mit Byssusfäden an Substrat 

 (anders als die heimischen Großmuscheln)

Bildquelle:  Invasive Mussel Lifecycle: Graphic adapted from material created by the Flathead Biological Station.
Quagga Mussel Information — Invasive Species of Idaho  

Kaum Elimination durch Fressfeinde

Wasservögel 

Kaum, denn die Quagga-Muschel siedelt zu tief. 


Fische 

  • Heimische Fische haben andere Nahrung, nur wenig oder kein Effekt 
  • Gebietsfremde Fische fressen auch alle heimischen Organismen, die heimischen Arten werden noch weiter verdrängt




 => auf die Quaggamuschel hat das wenig Effekt, wegen der riesigen Masse und der Tiefenverbreitung 

Folgen für das Ökosystem

Quelle der Bilder/Autor: Benedikt Beck, Bildrechte: Bayerisches Landesamt für Umwelt 

Muscheln filtrieren das Wasser und stehen damit in Konkurrenz zu Zooplankton 

=> Wasser wird transparenter 

=> höhere Lichteindringtiefe

=> positiv für Pflanzenwachstum 

=> Nahrungsgrundlage für Fische fehlt

Die Quagga-Muschel hat das Potenzial ein gesamtes Ökosystem zu dominieren, massiv zu verändern und die Artenvielfalt zu minimieren.

Durch den immensen Aufbau von Biomasse, werden Nährstoffe langfristig fest gebunden.

Nahrungskette für Fische wird unterbrochen!

 

Technische und wirtschaftliche Auswirkungen 

 
 Überwucherung von Einbauten und künstlichen Substrat 

  • Gefährdung aller Einbauten
  • Zusetzen von Rohrleitungen
  • Trinkwassergewinnung
  • Thermische Nutzung
  • Stau-Ablassbauwerke


=> Hohe Bau- und Unterhaltungskosten
=> Redundante Rohrleitungssysteme bereithalten

Mechanischer Versuch, die Muscheln zu entfernen

Besiedelte Rohrleitung im Bodensee

Quelle der Bilder/Autor: Linda Haltiner, EAWAG